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Le Soir - Belgien | Donnerstag, 15. März 2007

Die Durchleuchtung der polnischen Gesellschaft

"Das Prinzip der polnischen 'Lustration' ist richtig, kommt aber ungefähr 20 Jahre zu spät", meint Pol Mathil. "Man hätte die Unterlagen der Staatssicherheit schon während des friedlichen Übergangs von der Diktatur zur Demokratie 1989 bis 1990 öffnen und daraus die Maßnahmen ableiten müssen... Es ist naiv zu glauben, dass eine auf solche Weise angegangene Aktion mit einer solchen Verspätung einen 'neuen Menschen' hervorbringen wird... Im Gegenteil, es ist zu befürchten, dass diese Durchleuchtung einer anderen Zeit den nationalen Zusammenhalt nicht wiederherstellt, sondern die Spaltung der Polen noch verschlimmert. Auch die paradoxen Aspekte dieser Lustration erhöhen ihre Glaubwürdigkeit nicht. Ihre Schlussfolgerungen basieren auf den Dokumenten, die die kommunistische Staatssicherheit erstellt hat, die dafür bekannt war, ihre Archive gern zu fälschen... Es ist nicht möglich, eine Revolution - so wie es die 'Zwillinge' gern hätten - auf einer solchen Grundlage zu errichten."

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