Libération - Frankreich | Dienstag, 20. März 2007
Dokumentarfilm über den Beginn der Arbeitsmarktkrise
René Solis hat den Dokumentarfilm "Les Lip, L'imagination au pouvoir" ("Lip oder die Phantasie an der Macht"), der am 21. März in Frankreich in die Kinos kommt, mit Begeisterung gesehen. Regisseur Christian Rouaud erzählt vom monatelangen Kampf der Angestellten der Uhrenfabrik Lip gegen die Schließung des Werks in der 70er Jahren. "[Der Film] ist nicht nur einer der schönsten Dokumentarfilme, der je in Frankreich über eine soziale Bewegung gedreht wurden. Neben der Geschichte, die er erzählt, bietet er auch politischen Zündstoff: Er erforscht die Ursprünge der Krise auf dem Arbeitsmarkt in der westlichen Welt und ist eine Hymne auf die Revolte. Dabei spielt das Jahr 1973 eine besondere Rolle: Es markiert den Übergang von den Jahren des Wirtschaftswunders und den Jahren, die Charles Piaget, Gewerkschaftsführer der Lip, später die 'Jahre der Schande' nannte, die Jahre der Massenarbeitslosigkeit. Dieses Datum steht außerdem, nach Claude Neuschwander, von 1974 bis 1976 Chef von Lip, für 'den Tod des Unternehmerkapitalismus und den Aufstieg des Finanzkapitalismus'."
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