Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 2. Januar 2006
Ein virtuelles Gulag-Museum
Karl Grobe stellt das virtuelle Gulag-Museum vor, in dem die Organisation Memorial Zeugnisse des sowjetischen Unterdrückungsapparates dokumentiert, mit dessen Aufarbeitung sich die russische Gesellschaft noch immer schwer tue: "Das virtuelle Gulag-Museum kann zunächst nur Erinnerung bewahren. Die Geschichte aufzuarbeiten ist eine Aufgabe, die von einer unabhängigen Organisation allein nicht zu bewältigen ist. 'Wir brauchen', erklärt Memorial, 'die Unterstützung der Gesellschaft und natürlich des Staates. Zu unserem Bedauern ist das gegenwärtig nicht der Fall'. So ist das Vorhaben, alle Opfer der Repression ausfindig zu machen, bisher unerfüllt geblieben; es fehlt der Zugang zu den Archiven. Das Innenministerium Russlands und die Erben der Täter-Organisation KGB sind wieder verschlossen."
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