Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 2. Mai 2007
Sergio Romano über die Sehnsucht nach der Mitte
Der italienische Journalist Sergio Romano stellt fest, in Europa nehme der Trend zur "Mitte", zum politischen "Zentrismus" zu. "Diese Worte bezeichnen ganz unterschiedliche Realitäten, vor allem weil die Wahlgesetze in den unterschiedlichen Ländern anders sind. Aber diese 'Sehnsucht nach der Mitte' gibt es in fast allen europäischen Ländern, vor allem in der Eurozone. Diese Länder sind wirtschaftlich nicht mehr souverän. Ihre wirtschaftliche Verfassung wurde in Brüssel und Straßburg gemacht. Sie können den EU-Kommissar, der ihnen im Nacken sitzt und alle Zahlen kontrolliert, nicht ignorieren, wenn sie ihr Budget festlegen. Die Parteien und ihre Kandidaten kämpfen bei Wahlen mit scheinbar gegensätzlichen Werten und Programmen. Doch kaum betritt der Sieger den Palast der Macht, muss er feststellen, dass seine Freiheit begrenzt ist... Er sieht sich gezwungen, 'in der Mitte' zu regieren."
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