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Respekt - Tschechien | Montag, 7. Mai 2007

Martin Simecka und Jaroslav Spurny über Vergangenheitsbewältigung

Das tschechische Parlament hat die Gründung einer Behörde beschlossen, die die Akten der ehemaligen Staatssicherheit verwalten und auch das Wesen der totalitären Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus untersuchen soll. Jaroslav Spurny und Martin M. Simecka sind einverstanden: "Diese Institution kann uns an Dinge erinnern, die wir schon fast vergessen haben: Wie es sich lebte in einem System, wo man zwei Jahre hinter Gitter kam, wenn man an die Klo-Tür 'Freie Wahlen' schrieb, wo die Weigerung, in eine 'Kampfgruppe' einzutreten, das Ende der Karriere bedeutete, wo man von der Schule flog, wenn man ein 'verbotenes' Konzert besuchte, und bestraft wurde, weil man Jeans und lange Haare trug. In den neunziger Jahren hofften wir, dass sich die Justiz des 'banalen Bösen' des Kommunismus annehmen würde. Aber das ist nicht geschehen. Fast keiner der Protagonisten des Regimes wurde verurteilt... Nach 1989 konnte man leicht den Eindruck gewinnen, jeder sei ein bisschen Widerstandskämpfer gewesen, niemand habe mit dem Regime kollaboriert. Die Archive sind ein unbarmherziger Spiegel, der uns und vor allem unsere Kinder daran erinnert, wie wir waren."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 8. Mai 2007

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