Der Standard - Österreich | Dienstag, 8. Mai 2007
Sarkozys Pläne für Europa
Dominique Moïsi, der derzeit am Europa-Kolleg Natolin in Warschau lehrt, kommentiert: "Für Europa ist Sarkozys Wahl kein schlechtes Omen. Obwohl sich die Probleme der Europäischen Union nicht lösen werden, nur weil Frankreich jetzt einen neuen Präsidenten hat, ist Sarkozys Vision eines vereinfachten Verfassungsvertrages, der den von den Franzosen und Holländern im Jahr 2005 abgelehnten Entwurf ersetzen soll, realistischer als Royals Forderung nach einem erneuten Referendum. Vor ein paar Jahren spielte Sarkozy auf die Möglichkeit an, ein Klub der Sechs solle die Führung in Europa übernehmen. Allerdings hat sich Polen aus dem Kreis der politisch relevanten Länder selbst ausgeschlossen und die Führungen in Italien und Spanien haben aus ihrer Unterstützung für Royal kein Hehl gemacht. In Großbritannien steht der offenkundige Euroskeptiker Gordon Brown kurz davor, Tony Blair zu beerben. Die französisch-deutsche Allianz wird also wieder eine führende Rolle übernehmen, wenn auch nur in Ermangelung anderer Alternativen."
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