Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 16. Mai 2007
Jürgen Habermas über journalistische Grundversorgung
In der Süddeutschen Zeitung ist ein Essay des deutschen Philosophen Jürgen Habermas erschienen, den die französische Le Monde heute nachdruckt und der auf Englisch auf Signandsight.com nachzulesen ist. Darin hebt Habermas die Bedeutung der Qualitätspresse für die politische Kommunikation hervor. Er plädiert dafür, sie notfalls durch staatliche Subventionen zu unterstützen. "Denn die öffentliche Kommunikation büßt ohne den Zufluss von Informationen, die sich aufwändiger Recherche verdanken, und ohne die Belebung durch Argumente, die auf einer nicht gerade kostenlosen Expertise beruhen, ihre diskursive Vitalität ein. Die Öffentlichkeit würde den populistischen Tendenzen keinen Widerstand mehr entgegensetzen und könnte die Funktion nicht mehr erfüllen, die sie im Rahmen eines demokratischen Rechtsstaats erfüllen müsste... Ohne die Impulse einer meinungsbildenden Presse, die zuverlässig informiert und sorgfältig kommentiert, kann die Öffentlichkeit diese Energie nicht mehr aufbringen. Wenn es um Gas, Elektrizität oder Wasser geht, ist der Staat verpflichtet, die Energieversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Sollte er dazu nicht ebenso verpflichtet sein, wenn es um jene andere Art von 'Energie' geht, ohne deren Zufluss Störungen auftreten, die den demokratischen Staat selbst beschädigen?"
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