Le Temps - Schweiz | Donnerstag, 14. Juni 2007
Sarkozys Schwips
Die Pressekonferenz von Nicolas Sarkozy am 7. Juni beim G8-Gipfel gab Anlass zu Klatsch und Tratsch: War er etwa betrunken? Im Internet kursiert eine Videoaufnahme. Richard Werly, der bei dem fraglichen Termin dabei war, schreibt: "Sarko kam zu spät und war in Eile. Beschwipst? Das wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Er schwankte nicht. Er schien eher erstaunt zu sein, sich unter lauter Journalisten wiederzufinden... Ich fand ihn, ehrlich gesagt, ein bisschen neben der Kappe. Nicht alkoholisiert. Eher so, als hätte er zu viele Vitamine zu sich genommen. Gedoped. Seine Worte hatten einen falschen Beiklang. An diesem Abend war er nicht der französische Staatschef. Er war 'Sarko', ein energiegeladener Politiker, der jedem Gutes will, der allen mechanisch zulächelt, der voller Spleens ist und alles auf sich selbst zurückführt: den Bush abgerungenen Sieg beim Klima, das Ende des Leidens in Darfur.... Mich hat erstaunt, dass Sarkozy nicht vom Zustand der Welt sprach, sondern nur von sich selbst; von seiner 'Beteiligung', seiner 'Agenda', von seiner 'Gelassenheit'. Beschwipst vor allem davon, überhaupt da zu sein. Trunken von seinen eigenen Worten."
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