Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Donnerstag, 14. Juni 2007
Sonja Margolina über die Angst des Kreml vor der Demokratie
Die in Deutschland lebende russische Publizistin Sonja Margolina vergleicht den neuen russischen Autoritarismus mit der Zeit des großen Terrors unter Stalin vor 70 Jahren. "Vor diesem Hintergrund mutet die Kreml-Operation 'Präsidenten-Nachfolger', die von einer Verschärfung des Machtkampfes und Repressalien gegen eine harmlose Opposition begleitet wird, an, als wäre das Drehbuch dazu exakt vor siebzig Jahren geschrieben worden. Dass dies in einem völlig anderen historischen Kontext stattfindet, verstärkt nur den Eindruck eines Déjà-vu. Wie 1937 steht im Vordergrund der Panik im Kreml die Unmöglichkeit eines demokratischen Machtwechsels. Die bloße Existenz der Verfassung enthüllt den illegitimen Charakter der Macht-Usurpation durch eine nicht gewählte Clique."
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