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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 18. Juni 2007

Deutschlands konservative Linke

Am Wochenende habe sich die ostdeutsche PDS und die westdeutsche WASG zur neuen Partei "Die Linke" zusammengeschlossen und damit zum ersten Mal seit Gründung der Grünen das Parteienspektrum der Bundesrepublik erweitert. Eric Grujer sieht das Reformpotenzial der Neugründung allerdings kritisch: "Selten trug eine Partei ihren Namen so zu Unrecht wie die Linkspartei. Denn mit dem Begriff der Linken verbinden sich ein Fortschritts-Pathos und der Wunsch, die Verhältnisse progressiv zu verändern. 'Die Linke' hingegen ist konservativ. Sie will den Sozialstaat erhalten, wie er in den siebziger Jahren in Westdeutschland existierte. Sie klammert sich an das Leitbild eines interventionistischen Staates mit einem großen öffentlichen Dienst, das ganz in der Tradition der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht. Zu der ideologischen Rückwärtsgewandtheit passt die Altersstruktur der neuen Partei: Bei den ehemaligen Genossen der SED wie den Mitgliedern der WASG dominieren graue Haare."

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