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Lidové noviny - Tschechien | Dienstag, 26. Juni 2007

Martin Zvěřina über verspätete Vergangenheitsbewältigung

Der beliebte tschechische Pop-Sänger Václav Neckář hat vor der Wende mehrere Jahre für den kommunistischen Staatssicherheitsdienst (StB) gearbeitet. Das wurde am 25. Juni bekannt. Nun diskutiert man in Tschechien wieder den Umgang mit der jüngsten Vergangenheit. Martin Zvěřina meint, es sei Zeit für eine breite gesellschaftliche Debatte. "Dass diese 'späten' Enthüllungen solche Verwunderung hervorrufen, liegt an der Nachwende-Doktrin. Damals hieß es, die Vergangenheit sei vorbei, 'die Kommunisten' hätten alles zu verantworten. Wer sich zum November 1989 bekannte, war automatisch einer von 'uns'. Nach dessen vergangenen Taten zu forschen, gehörte sich einfach nicht... Von der seit 20 Jahren herrschenden Illusion, wir seien alle 'gleich unschuldig', haben jedoch nur die Täter profitiert. Die - mehr oder weniger freiwillig - frisch enttarnten früheren Regimehelfer können wir verurteilen oder bemitleiden. Doch wir müssen zugeben, dass das langjährige Vortäuschen einer 'ganz normalen' Vergangenheit ein Fehler war."

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