Le Soir - Belgien | Dienstag, 26. Juni 2007
Das schwierige deutsch-polnische Verhältnis
"Nachdem man beim EU-Gipfel in Brüssel die Polen mit gezücktem Säbel auf die Deutschen hat losgehen sehen, scheinen die 'von den tiefen Verletzungen des Zweiten Weltkriegs heimgesuchten Beziehungen' die logische Erklärung für die polnische Widerspenstigkeit zu sein", meint Jurek Kuczkiewicz. Polen hatte argumentiert, es müsse mehr Stimmgewicht innerhalb der EU bekommen, weil fünf bis sechs Millionen Polen im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen seien. "Doch in der Debatte in Polen spielen die Reminiszenzen an den historischen polnisch-deutschen Streit überhaupt keine Rolle... Anti-deutsche Ressentiments sind bei den meisten aus dem polnischen Nationalbewusstsein verschwunden. Dafür gibt es genügend objektive Gründe: Deutsche Investitionen in Polen haben eine entscheidende Rolle bei der wirtschaftlichen Wiedergeburt des Landes gespielt, die Deutschen machen einen bedeutenden Teil der Touristen aus und viele polnische Nichtregierungsorganisationen werden von deutschen Stiftungen finanziert."
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