Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 18. Juli 2007
Stefan Kornelius über das Leitmotiv Europa für die Balkanländer
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben im UN-Sicherheitsrat einen überarbeiteten Resolutionsentwurf zur Zukunft der serbischen Provinz Kosovo eingebracht, der von Russland weiterhin abgelehnt wird. Stefan Kornelius glaubt dennoch fest an die Unabhängigkeit des Kosovo: "Der Kosovo-Konflikt ist nicht eingefroren, er unterliegt eben einer eigenen Dynamik, weil sich hier so etwas wie eine Balkan-Finalität nach eineinhalb Jahrzehnten schmerzhafter Trennungskriege abzeichnet. Dafür ist die Staatlichkeit ein notwendiger, aber auch vorübergehender Zustand. Vorübergehend deshalb, weil der Länderflecken Kosovo auf Dauer genauso wenig gedeihen kann wie etwa Mazedonien oder Montenegro. Erst langsam wächst auf dem Balkan die Erkenntnis, dass eine religiös und ethnisch derart zerfurchte Region nur mit einem gemeinsamen Leitmotiv funktionieren kann. Dieses Motiv heißt Europa. Nur die Aussicht auf Nähe zur oder gar Mitgliedschaft in der Europäischen Union wird Stabilität bringen."
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