Diário de Notícias - Portugal | Donnerstag, 26. Juli 2007
Verteidigungssrede für Saramago
Ferreira Fernandes verteidigt den portugiesischen Schriftsteller José Saramago, der mit seiner Äußerung, Portugal werde sich irgendwann Spanien anschließen, für Empörung bei seinen Landsleuten gesorgt hat. "Man wirft Saramago alles vor, sogar Verrat. Nur weil er gesagt hat, dass wir morgen vielleicht zu Spanien gehören werden. Er hat noch nicht mal gesagt, dass er das wünscht. Er hat das gesagt, so wie man von etwas Unvermeidbaren redet: 'Morgen gibt es die Erde nicht mehr.' Soll man Wissenschaftler, die diese Behauptung aufstellen, beschimpfen? Ich will nicht mit den Wölfen heulen. Saramago ist älter als 80 Jahre und arbeitet immer noch. Er zahlt seine Steuern in Portugal, obwohl er es nicht müsste. Er hat darüber hinaus einen nützlichen Beruf: Er schreibt (und verkauft zum Beispiel keine Pitbull-Terrier). Und er macht es auf Portugiesisch. In einem Land, das von sich sagt, 'meine Heimat ist die portugiesische Sprache', hat man nicht das Recht, Saramago als Verräter anzuprangern."
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