Die Welt - Deutschland | Dienstag, 31. Juli 2007
Zum Tod von Ingmar Bergman
Für Hans-Georg Rodek gibt es keinen einheitlichen Bergman-Stil. Was seine Filme verband, sei der persönliche Bezug, der eigene Einsatz, das Grüblerische gewesen: "Die Größe Bergmans rührt letztlich daher, dass er die eigenen Zweifel mit der Zerrissenheit eines Jahrhunderts und eines Kontinents verknüpft hat, mit jener Europas im 20. Jahrhundert... Durch Bergmans Werk zieht sich ein tiefes Verständnis für die Gefühlswelt des Bürgertums; und weil dieses von Schweden bis Italien, von Deutschland bis Spanien ähnlich fühlte und – obzwar zeitlich verschoben – in die gleichen Krisen schlidderte, fand sich ganz Europa in Bergmans Filmen wieder. Bergmans Figuren zweifeln an den unverrücklichen Autoritäten, an Gott, der Kirche, der Ehe, und sie haben Angst davor, den Zweifel zuzulassen, weil er ihnen Konsequenzen abnötigen würde."
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