taz - Deutschland | Dienstag, 14. August 2007
Neue Verhandlungen über den Status des Kosovo
EU-Vermittler Wolfgang Ischinger hat die Möglichkeit einer Teilung des Kosovo angedeutet. Erich Rathfelder kritisiert diesen Vorschlag scharf und weist auf die Konsequenzen hin: "Ischingers Vorschlag ist beispiellos skandalös: Er würde die gesamte bisherige Balkanpolitik der Weltgemeinschaft - nicht nur der EU, sondern auch jene der UN, der OSZE, der Nato und anderer internationaler Organisationen - über den Haufen werfen. Bisher hatte man beim Zerfall Jugoslawiens stets an den Grenzen der ehemaligen Republiken und autonomen Gebiete festgehalten. Aus gutem Grund. Denn zöge man die Grenzen nach ethnischen Kriterien neu, gäbe man den Kriegstreibern der jüngsten Balkankriege nachträglich recht. Ethnische Vertreibung und Massenmorde würden damit gerechtfertigt. Wozu dann überhaupt noch das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag?"
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