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Le Soir - Belgien | Dienstag, 14. August 2007

Jean-Yves Camus über die Balkanisierung der EU

Der französische Politologe Jean-Yves Camus äußert im Interview mit William Bourton die Befürchtung, separatistische Bewegungen in Europa seien im Aufwind. "Die Frage ist nicht, ob es eine kollektive Identität gibt - im baskischen, katalanischen und flämischen Fall ist das zweifellos so. Man muss fragen, ob diese besonderen Identitäten mit anderen zusammenleben können oder nicht. Kurz gesagt, will man das Prinzip 'ein Territorium, ein Volk, eine Sprache, ein Staat' anwenden?... Das Beispiel Katalonien ist besonders frappierend, denn dort werden diejenigen, die kein Katalanisch sprechen, zu Bürgern zweiter Klasse degradiert, denn sie haben keinen Zugang zu öffentlichen Ämtern. Das Risiko einer Balkanisierung existiert, der Entwicklung eines Europas, in dem jede Ethnie unabhängig sein will. Das ist die paradoxe Seite der Globalisierung... Die Balkanisierung verhindert die Entstehung eines mächtigen Europa, das die amerikanische Hypermacht herausfordern könnte. Und sie erschwert die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und stärkt Ethnozentrismus und Rassismus."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 15. August 2007

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