Der Standard - Österreich | Donnerstag, 16. August 2007
Abdullah Gül kandidiert zum zweiten Mal als türkischer Präsident
"Die AKP setzt die Konfrontation zwischen dem religiösen und dem laizistischen Lager fort", schreibt Adelheid Wölfl über die erneute Kandidatur Abdullah Güls für das Amt des Staatschefs und kommentiert: "Güls Kandidatur ist eine Botschaft an das Militär: Wir beugen uns nicht. Auch nicht, wenn ihr mit Putsch droht. Das Militär ist damit gezwungen, eine fundamentale Frage zu beantworten: Wird sich die Armee gegen ihren Willen einen neuen Chef – der Staatspräsident ist auch Oberbefehlshaber – vom Parlament vorsetzen lassen? Zählt das Parlament also mehr? Dass mit der Wahl Güls nicht nur die AKP, sondern nebenbei auch die Demokratie gestärkt wird, ist der Regierungspartei vielleicht nicht das Wichtigste, für die Türkei könnte eine nachhaltige Beschränkung der Armee aber eine neue Ära einleiten, in der man sich nicht mehr vor Drohungen und Putschen fürchten muss."
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