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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 24. August 2007

Wolfgang Koydl über die Kinderfeindlichkeit der Briten

Wolfgang Koydl überlegt, warum ausgerechnet in Großbritannien derzeit so viel Gewalt unter Jugendlichen und Kindern gibt: "Die britische Gesellschaft hat traditionell ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Nachwuchs. 'Wohlerzogene Kinder sieht man, aber man hört sie nicht', mahnten Erzieher schon in viktorianischer Zeit, und an dieser Einstellung hat sich wenig geändert. Die Entfremdung aber zersetzt die Familie und ist - gepaart mit dem Verfall überkommener Autoritäten - letztlich ein Grund dafür, weshalb sich die Gesellschaft in jener Krise befindet, die zu der Gewaltorgie gelangweilter, unverstandener und brutalisierter Jugendlicher geführt hat... Schon mit zehn Jahren sind Jungen und Mädchen in Großbritannien strafmündig... Im selben Alter verschwindet der Nachwuchs all derer, die es sich leisten können, in teuren Internaten. Dies garantiert eine Karriere, beraubt die künftige Elite aber eines Familienlebens, ebenso wie die Kinder des Sozialhilfeempfängers, der zwischen Pub und Fernsehen pendelt."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 24. August 2007

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