Kulturní týdeník A2 - Tschechien | Donnerstag, 19. Januar 2006
Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit
Der Politologe Bohumil Dolezal verweist dagegen auf die Ausnahmesituation Ungarns in Osteuropa bei der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur. "Ungarn hat kein Lustrationsgesetz und bis heute nicht einmal ein Verzeichnis der Geheimagenten.” Das führe zu Komplikationen, wenn sogar hohe Politiker von heute beschuldigt werden, mit den alten Machthabern kollaboriert zu haben. "In Ungarn kam es zu keiner tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Das Problem besteht darin, dass das kommunistische Regime dort schon nach 1981 zu bröckeln begann und das ganze nicht so schmerzhaft verlief wie etwa in der Tschechoslowakei. Die Konservativen sehen dieses Problem Die Sozialisten interessiert es verständlicherweise nicht so sehr. Wenn sie es nämlich ernst nähmen, könnten sie erhebliche personelle Probleme bekommen.”
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