Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 19. September 2007
Kouchner warnt vor einem Krieg mit Iran
Michaela Wiegel erklärt, welche Medienstrategie Kouchner mit seiner Iran-Äußerung verfolgt: "Aus dem Schatten des allgegenwärtigen Staatspräsidenten Sarkozy herauszutreten ist für die meisten französischen Minister ein politisches Überlebensziel geworden. Für Bernard Kouchner, den Meister der Medieninszenierungen, gilt das in besonderem Maß. Deshalb hat er sich nicht gescheut, ein bisschen markig zu sprechen... Es hat ihn nie gestört, sein Wirken nicht mit einer Partei- oder Regierungslinie in Einklang bringen zu können. Gegen Widerstände Mitterrands plädierte er für europäische Einmischung auf dem Balkan. Er eckte an, als er zum Ende des ersten Golfkriegs das Festhalten der westlichen Alliierten am Diktator Saddam Hussein beklagte... Das undiplomatische, ungebundene Auftreten Kouchners hat Sarkozy dazu gereizt, ausgerechnet ihm die Aufgabe des obersten Diplomaten Frankreichs zu übertragen."
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