Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 20. September 2007
Joseph Hanimann über Gentests für Einwanderer
Joseph Hanimann beobachtet die französische Debatte über den Vorschlag von Immigrationsminister Brice Hortefeux, Familiennachzug nur via Gentest möglich zu machen. Kritiker halten dagegen, der Familienkreis reiche über die unmittelbare biologische Abstammungslinie hinaus. Hanimann kommentiert: "Die biopolitische Sicht auf die Gentestdebatte lässt eine Neigung der autoritätsscheuen Demokratie sichtbar werden, politische Entscheidungen wissenschaftlich zu verkleiden. Wer darf kommen? Fragt die Laboranten. Das befördert, vor dem Hintergrund des europäischen BioDev-II-Programms (Biometric Data Experimented in Visas) und der entsprechend vernetzten Datenbanken zwischen acht Ländern, ein Menschenbild, das sich immer weiter vom Aufklärungsideal des autonomen Subjekts entfernt."
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