Woxx - Luxemburg | Freitag, 28. September 2007
Stagniert die Konzeptkunst?
Kulturkritiker Luc Caregari kann sich nicht für eine Ausstellung mit Werken des österreichischen Aktionskünstlers Hermann Nitsch begeistern, die seit dem 22. September in der Galerie Beaumont in Luxemburg gezeigt wird. Er hält es für eine Schwäche Nitschs, dass er "sich nie verändert hat... Nitsch hat sich als eindeutig identifizierbares Markenzeichen behauptet. Jeder Amateurkünstler kennt Fotos von seinen Aktionen und positioniert sich, je nach Geschmack, dafür oder dagegen. Man kommt kaum an ihm vorbei. Der Vorteil eines solchen Ansatzes besteht darin, dass einen niemand kopieren kann; ein Nachteil ist, dass man seinem Konzept verhaftet bleibt. Nitsch ist nicht der einzige Künstler, der auf diese Weise verfährt - man denke nur an Sophie Calle, Christo und seine Frau Jeanne-Claude oder Daniel Buren. Alle haben ein eigenes Markenzeichen, das sie schamlos ausbeuten. Mehr noch: die ständige Wiederholung der kreativen Geste verschafft ihnen Befriedigung und immer neue Anerkennung."
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