Rzeczpospolita - Polen | Freitag, 5. Oktober 2007
Streit um Gedenkfeier für Katyn
In Polen wird darüber gestritten, ob die Regierungspartei PiS das Gedenken an die Opfer des sowjetischen Kriegsmassakers von Katyn für den Wahlkampf missbraucht. Regisseur Andrzej Wajda, dessen Film "Katyn" zur Zeit erfolgreich in den polnischen Kinos läuft, forderte Staatspräsident Lech Kaczyński in einem Brief auf, eine für dieses Wochenende in Warschau geplante Gedenkfeier auf einen Termin nach den Wahlen zu verschieben. Nun kam Kaczyński diesem Wunsch nach. Igor Janke lobt den Präsidenten: "Die Geschichtspolitik ist die beste Seite der Präsidentschaft des amtierenden Staatsoberhaupts... Im Leben einer normalen Nation sind Gräber genauso wichtig wie die wirtschaftliche Entwicklung. Die Idee, der ermordeten polnischen Offiziere spektakulär zu gedenken, ist großartig und auf jeden Fall wert, verwirklicht zu werden. Aber die Feierlichkeiten so kurz vor den Wahlen anzusetzen, weckte unnötige Emotionen. Es wäre schlecht, wenn das Gedenken an das große polnische Drama in die rücksichtslose Wahlkampfmaschinerie geraten würde."
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