Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 8. Oktober 2007
Gordon Brown lässt doch nicht wählen
"Wenn Briten etwas wirklich missfällt, dann sind es Hochmut und Großspurigkeit - und Labour machte sich beider Verfehlungen schuldig", kommentiert Wolfgang Koydl den Rückzieher Gordon Browns. "Triumphalistisch sprach man davon, die Opposition zu 'vernichten' und 'in den Staub zu treten'. Und Brown, der sich gerade noch als über den Parteien stehender Vater der Nation ausgegeben hatte, tauchte in die Niederungen des Wahlkampfes ab... Nun wird die Opposition Hohn und Spott über Brown vergießen, weil er sich vor einer Wahl drückte, welche die Konservativen sehnlichst herbeigefleht hätten. Doch in Wirklichkeit sind sie für den Aufschub dankbar. Sie wissen, dass sie diesmal nicht gewonnen, sondern höchstens Labours Mehrheit hätten reduzieren können. Aber sie sind sich sicher: Je später nun gewählt wird, desto wahrscheinlicher wird der Machtwechsel."
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