Lidové noviny - Tschechien | Freitag, 19. Oktober 2007
Václav Havel für Kaplickys futuristische Nationalibliothek
Václav Havel verteigt den futuristischen Entwurf von Jan Kaplicky für die neue tschechische Nationalbibliothek in Prag, gegen den die konservativen Stadtpolitiker Sturm laufen: "Ich habe mich gefreut, dass Prag, das so wenige schöne moderne Bauten hat, endlich ein interessantes Gebäude bekommt, das in die Baugeschichte eingeht... Zu früh gefreut. Durchschnittlichkeit und Banalität haben wieder einmal triumphiert... Prag und unsere anderen Städte wachsen wie Krebsgeschwüre nach allen Seiten, große Teile der tschechischen Landschaft werden so liquidiert... Wer aus Prag heraus fährt, findet lange keinen Ort, keine Straßen, kein Dorf und keinen Wald, sondern nur Supermärkte, Hypermärkte, Autohäuser, Verwaltungsgebäude, Lager, Großlager, riesige Parkplätze und schwer zu definierende Bauten. Kurz: dummes Nichts... Der Fall der Bibliothek ist nur ein kleiner Fall, aber er ist typisch ist für diese Zeit und speziell für die tschechische Art des Kapitalismus."
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