România Liberă - Rumänien | Samstag, 20. Oktober 2007
Pilgerfahrten im Medienzeitalter
Vergangene Woche haben sich hunderttausende Pilger, Prominente und Politiker in der Kathedrale von Iaşi versammelt, um der Heiligen Paraschiva zu gedenken, deren Gebeine dort ruhen sollen. Mircea Kivu kritisiert die Live-Übertragung der Pilgerfahrt: "Durch die exzessive Berichterstattung in den Medien verlieren religiöse Feiern ihren heiligen Charakter, sie werden immer profaner. Die Menschen nutzen die Gelegenheit, sich per Handy mit den anwesenden Stars zu fotografieren, später kleben sie das Photo neben die Ikone... Zweifellos sind unter den hunderttausend Pilgern auch Menschen zu finden, die mitten in der Nacht in echter Demut vor kirchlichen Symbolen wie den Gebeinen der Heiligen Paraschiva erschaudern. Doch immer häufiger sind Gläubige zu hören, die vor laufender Kamera erzählen, welche Hoffnung sie haben, dass ihnen Gott ihre Mühen vergilt, sie von ihren Krankheiten heilt, aus ihrer Armut erlöst... Die Leute beten nicht mehr, sie fordern."
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