Le Soir - Belgien | Dienstag, 30. Oktober 2007
Die Grenzen humanitärer Hilfe
Alain Lallemand findet es schockierend, wie naiv Europäer sind, die Kinder aus Entwicklungsländern adoptieren wollen. "Vor zehn oder fünfzehn Jahren haben die Belgier die zweifelhafte Ausreise von Kindern aus Ruanda und dem Kongo miterlebt, es gab Flüge mit Kindern aus Burundi oder Hanoi, und doch haben Adoptionswillige offenbar nichts aus den Skandalen gelernt. Wir müssen uns fragen, ob bei diesem Geschäft nicht - wie bei jedem anderen Geschäft auch - die Nachfrage ebenso verurteilt werden muss wie das Angebot, ob man nicht den Konsumenten ebenso entschlossen stigmatisieren sollte+ wie den Händler. Wir wollen das Leiden einer Familie, die unbedingt Nachwuchs haben will, nicht klein reden. Doch es darf auch nicht sein, dass - aus Respekt vor dem Privat- und Intimleben eines Paares - die andere Seite des Handels nicht öffentlich gemacht werden darf: die Seite der Familien, die diese Transaktionen de facto finanzieren."
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