taz - Deutschland | Mittwoch, 31. Oktober 2007
Abschied vom dritten Weg?
"Der Neosozialdemokratismus scheint in Westeuropa, nach gut zehn Jahren, ein Auslaufmodell zu sein", stellt Stefan Reinecke fest. "Denn auf die Gerechtigkeitslücken, auf die wachsenden Abstiegsängste der Mittelschichten und der Älteren und die enormen Schwierigkeiten des jugendlichen Prekariats, eine stabile soziale Rolle zu finden, hat er schlicht keine Antwort. Die Krise der SPD ist also kein deutsches Phänomen... In Schweden, dem Traumland der Sozialetatisten, haben die Sozialdemokraten 2006 die Wahl verloren. Bezeichnenderweise unterlagen sie bürgerlichen Parteien, die genau jene Themen adoptierten, die die zu kühlen Reformtechnokraten gewandelten Sozialdemokraten kampflos geräumt hatten: sozialen Ausgleich und Gerechtigkeit... In Deutschland versuchen Jürgen Rüttgers und, gelegentlich, auch Angela Merkel ein ähnliches Überholmanöver. In Großbritannien greift Tory-Chef David Cameron New Labour mit sozialstaatlichen Themen an."
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