Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 1. November 2007
Urteil im Madrider Terroristenprozess
Leo Wieland begrüßt den Richterspruch in Madrid: "Spanien ist das erste westliche Land, das nun nach Recht und Gesetz einen großen Prozess gegen den islamistischen Terrorismus zu Ende gebracht hat. Was bislang weder die Vereinigten Staaten nach dem 11. September 2001 noch Großbritannien [im Juli 2005]... vermochten, ist der spanischen Justiz gelungen: auf eine solide Beweislage gegründete Schuldsprüche gegen eine überwiegend aus Marokko stammende Gruppe von Fanatikern und ihre einheimischen Helfershelfer... Mit der baskischen Eta hatte dieses Attentat, allen Verschwörungstheorien zum Trotz, nichts zu tun, wohl aber mit Al Qaida. Von ihr stammen die Inspiration, die Drohungen gegen Spanien und die Phantasien einer 'Rückeroberung' von Al Andalus. Der Irak-Krieg diente schließlich als Kristallisationspunkt und Vorwand für die Morde. Drei Tage nach dem Anschlag erlitt die konservative Regierung Aznar eine Wahlniederlage. Das bleibt der größte Erfolg der Terroristen."
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