Le Soir - Belgien | Montag, 5. November 2007
Italienische Justiz geht gegen Roma vor
"Italien – und vermutlich bald ganz Europa – durchlebt einen äußerst heiklen Moment in der ohnehin schwierigen Beziehung zwischen dem Nationalen und dem Fremden", schreibt Pascal Martin. "Die Notverordnung, die es den Polizeipräsidenten erlaubt, straffällig gewordene EU-Bürger auszuweisen, ist eine übereilte und gefährliche Entscheidung. Sie facht das Misstrauen – um nicht zu sagen den Hass – gegenüber einer Bevölkerungsgruppe an, in diesem Fall gegen Roma und Rumänen, die miteinander gleichgesetzt werden. Dies ist auch eine Misstrauenserklärung an die Adresse derjenigen, die den Populismus bekämpfen. Dass eine Mitte-Links-Regierung den Populisten aufgrund eines solchen Vorkommnisses Recht gibt, ist bedauernswert. Aber die Schuld liegt nicht nur in Rom. Dass sich das Elend mit all ihren Folgen vor den Türen der Hauptstadt ausgebreitet hat, ist eine logische Folge aus dem EU-Beitritt Rumäniens am 1. Januar 2007. Armut, Kriminalität und Korruption konnten bis zum Tag X nicht beseitigt werden."
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