La Repubblica - Italien | Dienstag, 20. November 2007
Francesco Merlo gegen eine Vereinnahmung des Volkes
"Wie kann man das Wort Volk so missbrauchen!", schreibt Francesco Merlo in Anspielung auf den Namen der neuen Partei von Silvio Berlusconi: Partito del popolo italiano della libertà (Partei des italienischen Volkes für die Freiheit). "Um seiner Partei einen Namen zu geben, hat Berlusconi ein inzwischen belangloses, nichtssagendes Wort gewählt... Niemand weiß, was das Volk ist. Es ist nicht Marx' Arbeiterklasse, es meint nicht die Ultras in den Fussballstadien, es ist nicht die Öffentlichkeit, die in der amerikanischen Demokratie eine Rolle spielt, es sind nicht die Fernsehzuschauer, nicht die Konsumenten, es meint keine spontane Versammlung und auch nicht die Internetgesellschaft. Es ist auch kein Land im Kriegszustand, nicht der dritte Stand, nicht der Plebs, nicht die Helden der revolutionären Lieder, die mal auf nostalgische, mal auf lächerliche Weise besungen werden. Das Wort volkstümlich - populär - macht sogar noch weniger Sinn als das Wort Volk... Es bedeutet eine große Verbreitung, einen Konsens zwischen den sozialen Klassen, Sympathie. In diesem Sinne ist Berlusconi eine populäre Persönlichkeit."
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