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Le Nouvel Observateur - Frankreich | Donnerstag, 15. November 2007

Paul Auster über die Kunst des Weglassens

Der amerikanische Autor Paul Auster spricht mit Gilles Anquetil und François Armanet darüber, was eine gute Erzählung ausmacht: "Märchen begeistern mich, denn sie halten sich nicht an Details auf. Der menschliche Geist hat Angst vor der Leere und erfindet sofort alle fehlenden Details. Das Einbeziehen des Zuhörers oder Lesers trägt sehr viel dazu bei, dass eine Geschichte lebendig wird. So wird die Arbeit des Erzählers vervollkommnet. Je mehr man auslässt, desto besser ist die Geschichte... Ich hatte ein seltsames Erlebnis, das zeigt, wie persönlich Lesen ist: Als ich im Alter von etwa 20 Jahren 'Stolz und Vorurteil' von Jane Austen las, die ich für ein Genie halte, wurde mir im Laufe Zeit klar, dass sich der ganze Roman in dem Haus abspielte, in dem ich aufgewachsen war. Ich hatte alles in meine eigene Welt übertragen, in ein vertrautes Umfeld. Das war besonders einfach, weil Jane Austen sehr mit Beschreibungen geizt."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 21. November 2007

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