Le Soir - Belgien | Donnerstag, 22. November 2007
Ermittlungsverfahren gegen Chirac eingeleitet
Joëlle Meskens kommentiert die richterliche Vernehmung Jacques Chiracs, dem vorgworfen wird, Parteigenossen Gefälligkeitsjobs vermittelt zu haben: "Die Vorwürfe gegen Jacques Chirac, auch wenn er jede persönliche Bereicherung abstreitet, sind massiv. Sogar die Rechtmäßigkeit seiner Handlungen als einstiger Bürgermeister von Paris wird in Zweifel gezogen. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Aufträge, die Chirac angeblich zum Wohl seiner Bürger vergegeben hat, und auf sein politisches Handeln als Ganzes. Das Ziel (die Eroberung der Macht) rechtfertigt nicht alle Mittel (das Jonglieren mit öffentlichen Geldern zu einer Zeit, als die Parteienfinanzierung noch nicht offen gelegt werden musste). Trotzdem muss man Jacques Chirac, der jetzt wieder ein normaler Bürger ist, auch wie einen normalen Angeklagten behandeln. Unaufgeregt. So dass die Geschichte nicht von einer abgeschlagenen Linken oder einer stets um Abgrenzung bemühten Rechten instrumentalisiert werden kann."
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