Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 27. November 2007
Wahlen in Kroatien
Nobert Mappes-Niediek findet den Wahlsieg von Ivo Sanader wohl verdient: "Der überzeugte Christdemokrat hat in den vergangenen vier Jahren das Kunststück fertig gebracht, aus einem Interessenverband der Kriegsherren und -profiteure, der Provinzfürsten und Privatisierungsgewinnler eine europataugliche Partei zu formen." Allerdings habe Sanader keine besonders fähigen Politiker, die er in die Regierung holen könnte - anders als die Sozialdemokraten: "Das schreit eigentlich nach einer großen Koalition. Sie ist auch tatsächlich die Lieblingsoption von Staatspräsident Stipe Mesic. Käme es dazu, müsste Mesic selbst die rivalisierenden Partner koordinieren, und er würde in seinen letzten Amtsjahren so etwas wie der Über-Premier. Das wiederum würde Kroatien gar nicht gut tun, warnt der Wissenschaftler und Menschenrechtler Zarko Puhovski, die höchste moralische Autorität der Zagreber Opposition. Noch sind Pluralismus, Parlamentarismus und Machtwechsel nicht in allen Köpfen angekommen."
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