Corriere della Sera - Italien | Dienstag, 4. Dezember 2007
André Glucksmann über Blauäugigkeit gegenüber Russland
Der französische Philosoph André Glucksmann hatte im Wahlkampf Nicolas Sarkozy unterstützt. Im Gespräch mit Stefan Montefiori spricht er nun über seine Enttäuschung darüber, dass Nicolas Sarkozy Wladimir Putin zu dessen Wahlsieg bei den Duma-Wahlen gratuliert hat. "Putin hat im Wahlkampf viele Facetten gezeigt - nicht weil er omnipotent ist, sondern im Gegenteil, weil er panisch ist. Nur die westlichen Staatschefs haben das nicht begriffen, sogar Sarkozy nicht. Es gibt zwei Gründe für diese Panik: Putin hat das Trauma der orangen Revolution in der Ukraine noch nicht überwunden, er glaubt, dieses Land gehöre zum Herzen Russlands... Und es ist ihm nicht gelungen, Russland zu stabilisieren. Europa müsste eine gemeinsame Energiepolitik entwickeln und sich dem Kreml gegenüber einig zeigen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die europäischen Staatschefs versuchen alle, ein bisschen früher in Moskau einzutreffen als der Nachbar."
» zur Homepage (externer Link, Corriere della Sera)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Frankreich, » Russland, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » André Glucksmann, » Stefano Montefiori
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 4. Dezember 2007