taz - Deutschland | Dienstag, 31. Januar 2006
Streit um Mohammed-Karikaturen
Reinhard Wolff bezeichnet die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen durch die Zeitung "Jyllands-Posten" als "kalkulierte Provokation". "Dänemark hat sich in den vergangenen Jahren mit einem offen ausländerfeindlichen Kurs profiliert, der nicht nur in Politik und Recht, sondern auch im öffentlichen Diskurs deutliche Spuren hinterlassen hat. Führende dänische Politiker können hier ganze Gruppen von Migranten als Menschen zweiter Klasse bezeichnen und den Islam mit Pest und Cholera vergleichen, ohne dass dies größeren Protest erregt." Dennoch beklagt er, dass die muslimische Reaktion "so vorhersehbar" war. "Diese Reaktion lässt einer westlichen Öffentlichkeit nur die Wahl, im Zweifel für die Pressefreiheit einzutreten. Auch wenn dies angesichts der unappetitlichen Karikaturen schwer fällt."
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