Le Soir - Belgien | Montag, 14. Januar 2008
Beutekunst in internationalen Beziehungen
In der Royal Academy of Arts in London eröffnet am 26. Januar die Ausstellung "From Russia", die Meisterwerke aus der russischen Nationalsammlung zeigt. Bei der Herausgabe der Bilder hatte es erhebliche Schwierigkeiten gegeben, weil sich Russland Entschädigungsforderungen von Erben gegenüber sah, die nach der Revolution 1917 enteignet worden waren. Die Eröffnung stand in Frage. Pol Mathil schreibt: "Diese Geschichte übersteigt den Rahmen dieser konkreten Ausstellung. Kultur wird immer mehr zu einem wichtigen und manchmal umstrittenen Element internationaler Beziehungen... Die Streitigkeiten über die kulturellen Schätze, die oft zwischen Nachbarn ausgetragen werden, rufen nach politischen oder juristischen Lösungen - oder gar nach noch schwerer zu erreichenden historischen Lösungen... Weil es diese 'letzten Kriegsgefangenen' immer noch gibt, haben alle Seiten zur Untermauerung ihrer Forderungen ihre eigene 'historische Wahrheit und Geschichtspolitik' entworfen."
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