The Guardian - Großbritannien | Dienstag, 15. Januar 2008
Ulrich Beck kritisiert den Nationalstaat
Nationalstaatliche Politik in Europa müsse ein Ende haben, meint der deutsche Soziologe Ulrich Beck. "Das kosmopolitische Europa wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst als politische Antithese zum nationalistischen Europa und der physischen und moralischen Zerstörung, die daraus resultierte, konzipiert und gegründet... Der Niedergang des Nationalstaats ist in Wirklichkeit der Niedergang eines spezifisch nationalen Staatsbegriffs und zugleich eine Möglichkeit, ein kosmopolitisches Staatssystem zu schaffen, das besser in der Lage ist, die Probleme zu lösen, denen sich alle Staaten der Welt heute ausgesetzt sehen: Globalisierung, transnationaler Terrorismus oder Klimaerwärmung... Es gibt eine Menge Probleme, die ganz klar jenseits der Macht der Nationalstaaten alter Ordnung liegen. Die Antwort auf das beunruhigende Zusammentreffen globaler Probleme wäre der politische Quantensprung weg von einem Nationalstaatssystem hin zu einem kosmopolitischen Staatssystem... Europa hat, mehr als alle anderen Regionen der Welt, gezeigt, dass dies möglich ist."
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