taz - Deutschland | Dienstag, 22. Januar 2008
Serbiens Nationalisten setzen auf soziale Frage
Für den Sieg des serbischen Nationalisten Tomislav Nikolic bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen sei nicht die Kosovofrage ausschlaggebend gewesen, meint Serbien-Korrespondent Andrej Ivanji. Nikolic tritt am 3. Februar gegen den amtierenden pro-westlichen Präsidenten Boris Tadic an. "Nikolic ist es gelungen, die Millionen verarmter, unzufriedener, hoffnungsloser Wähler für sich zu gewinnen: die Transitionsverlierer, die Arbeitslosen. Menschen also, die ihren Kindern keine neuen Kleider kaufen können, perspektivlose Jugendliche, die im Krieg und in internationaler Isolation aufgewachsen sind, Rentner, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Anstelle einer nationalistisch-extremistischen Rhetorik hat Nikolic diesmal vorwiegend auf populistisch-sozialistische Parolen gesetzt. Die Rechnung ging auf. An die voreiligen Versprechen seitens der pro-europäischen Politiker, dass mit der Öffnung nach Europa Milch und Honig nach Serbien fließen würden, glauben mittlerweile immer weniger Menschen."
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