Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 5. Februar 2008
Boris Tadic gewinnt Präsidentschaftswahlen in Serbien
Trotz des Sieges des pro-europäischen Tadic wird Serbiens Weg nach Europa nicht einfach werden, warnt Norbert Mappes-Niediek. "Boris Tadic, der strahlende Wahlsieger, sieht jetzt aus wie der starke Mann. Er ist es aber nicht: Ein Präsident hat nach der Verfassung wenig zu sagen. Der wirklich starke Mann heißt immer noch Vojislav Kostunica, ist Regierungschef und beherrscht die Regeln des zähen Vor und Zurück meisterlich. Schon ist in Belgrad von Neuwahlen zum Parlament die Rede. Dann könnten die Tadic-Demokraten hoffen, den knappen Triumph dort in eine bessere Sitzverteilung umzumünzen. Aber Kostunica könnte auf der Woge der Empörung surfen, die unweigerlich aufbranden wird, wenn die Staaten der Europäischen Union das Kosovo anerkennen. Wie immer das Kräftemessen dann ausgeht: Beide Seiten werden einander weiter blockieren."
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