Der Tagesspiegel - Deutschland | Montag, 11. Februar 2008
Zafer Senocak über Deutsche und Türken
Nach einem Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus, bei dem neun der türkischen Bewohner des Hauses starben, wird in Deutschland heftig über den Umgang der Deutschen mit der größten Minderheit im Land - den Türken - diskutiert. Auch der türkische Ministerpräsident Erdogan hatte sich während seines Deutschland-Besuchs in die Debatte eingemischt: "Es hat sich etwas angestaut," erklärt der Publizist Zafer Sanocak die Debatte. "Wer glaubt, der Hausbrand in Ludwigshafen sei die alleinige Ursache für die gegenwärtigen deutsch-türkischen Spannungen, der irrt. Der Streit um die Moscheebauten, der Fall Marco, die endlosen Debatten um Integration, Zwangsehen und Ehrenmorde: In den letzen Jahren hat man in Deutschland eine stigmatisierte Minderheit geschaffen – die Türken. Und eine deutsche Mehrheit, die sich über eine Distanzierung gegenüber dieser Minderheit definiert... Zwischen vielen Deutschen und Türken herrscht tiefes Misstrauen. Am Ende streiten Religionen, Kulturen und Ethnien miteinander und nicht Individuen und Standpunkte."
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