Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 13. Februar 2008
Deutschland streitet über Integration und Assimilation
Das Wort 'Assimilation' in Recep Tayyip Erdogans Rede sei vielleicht falsch verwendet, meint Thomas Steinfeld, spräche aber das Problem misslungener Integration an: "Eigentlich sind 'Assimilation' und 'Integration' leicht zu definieren: 'Integration' ist die Zusammenführung des Verschiedenen, das dabei als Verschiedenes kenntlich bleibt. 'Assimilation' hingegen ist die Integration der Entwurzelten - ihre Homogenisierung. Doch diese fordert hierzulande niemand, wodurch die ganze Debatte etwas Spukhaftes annimmt... So ist es durchaus wahrscheinlich, dass Erdogan wider die 'Assimilation' redete, weil er diesen in Deutschland lebenden Teil seines Staatsvolkes nicht aufgeben will. Und so ist es wahrlich nicht ausgeschlossen, dass ihn seine Sorge um diese Diaspora von anderen Konflikten entlastet: vor allem von dem Widerspruch, dass die Türkei von den Kurden im eigenen Land genau die Assimilation fordert, die sie in Deutschland nicht ertragen will."
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