Le Temps - Schweiz | Donnerstag, 14. Februar 2008
Die dänische Presse verteidigt die Meinungsfreiheit
Joëlle Kuntz begrüßt die Aktion mehrerer dänischer Zeitungen, die am gestrigen Mittwoch erneut die umstrittenen Mohammed-Karikaturen publiziert haben. Sie protestierten damit gegen einen geplanten Mordanschlag auf den Karikaturisten Kurt Westergaard. "Würde die Geschichte in der Schweiz passieren, wären Karikaturisten oder Journalisten das Ziel ähnlich erschreckender Vergeltungsmaßnahmen, träte auch bei uns die Gesellschaft auf den Plan, um ihre Gesetze zu verteidigen. Die eigene Debatte über die Qualität und das Angebrachtsein solcher Werke oder die politische Zugehörigkeit ihrer Verfasser käme dann zum Erliegen. Denn in der Schweiz wie in Dänemark ist sich die Gesellschaft in ihrer Weltanschauung zwar nicht einig, wohl aber einig in der Verteidigung der Regeln, die sie mühsam in 150 Jahren entwickelt hat, um auf friedliche Weise ihre Kontroversen auszutragen... Bis zu welchem Punkt muss man im Namen des Multikulturalismus Kompromisse machen? Mit ihrem Vorgehen konfrontieren uns die Dänen ernsthaft mit dieser Frage."
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