taz - Deutschland | Montag, 18. Februar 2008
Krawalle in Dänemark
In Dänemark gibt es seit einer Woche nächtliche Krawalle. Jugendliche mit Migrationshintergrund zündeten Schulen an und lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Reinhard Wolff sieht darin ein Aufbegehren der Benachteiligten gegen die "strukturelle Ausländerfeindlichkeit" im Land: "Das angebliche Mordkomplott auf einen Mohammed-Zeichner nämlich wirft ganz aktuell ein Schlaglicht darauf, wie schlecht es mit der Rechtssicherheit für 'Neudänen' aussieht. Die verdächtigen Männer, gegen die man keine gerichtlich verwertbaren Beweise hat, sollen ohne Gerichtsverfahren einfach ausgewiesen werden. Geht es nach den Rechtspopulisten, droht demnächst das Gleiche all denen, die jetzt Schulen und Müllcontainer in Brand setzen. Für die Bürger also, die sich nicht von ungefähr als Zweite-Klasse-Bürger fühlen, sollen rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien nicht mehr gelten... Niemand muss sich wundern, wenn Dänemark demnächst tatsächlich brennt."
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