Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 8. Februar 2006
Strategien der Industriepolitik
Jürg Altwegg analysiert die Widersprüche in der französischen Position. "Frankreich, das sich weltweit als Propagandist der 'kulturellen Ausnahme' und Vielfalt profiliert, bleibt ein Land der Widersprüche. Im Bereich der Stahlindustrie liefert Paris gerade eine seiner nationalen Abwehrschlachten gegen die feindliche Übernahme von Arcelor durch den indischen Konzern Mittal und fordert von Brüssel europäische Unterstützung ein. Weniger zimperlich ist man, wenn es um den Aufbau französischer Monopolisten und den Kauf ausländischer Unternehmen geht. Nach dem Debakel von Vivendi förderte die Regierung die geplante Fusion von Hachette (Lagardere) mit den Vivendi-Verlagen - der Nummer eins mit der Nummer zwei der Branche. Erst Brüssel konnte die nationale Elefantenhochzeit verhindern. Und auch dies nur teilweise."
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