Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Samstag, 8. März 2008
Mircea Cartarescu über Kultur und Geld
Im Gespräch mit Andreas Breitenstein spricht der rumänische Autor Mircea Cartarescu über den Kommunismus, Ex-Diktator Ceausescu und die Korruption im heutigen Rumänien. Kapitalismus hält Cartarescu - im Unterschied zu vielen linken Intellektuellen - nicht für schädlich: "Ich teile die Ansicht nicht, dass Geld nur zerstört, es baut auch auf und macht vital. Geld ist wie Blut: Wenn es einen Infekt gibt, wird im Körper alles arg, wenn es aber gesund ist, bringt es den Körper zum Blühen. Eine Gesellschaft, die auf ehrlich erarbeitetem Geld beruht, kommt in den Genuss einer Leichtigkeit des Lebens, und diese ist auch die Basis für geistige und künstlerische Leistung. Kultur ist Luxus. In der Geschichte blühte das intellektuelle Leben in der Regel da, wo es auch wirtschaftlich gut ging."
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