Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 12. März 2008
Österreich gedenkt 1938
Michael Frank glaubt, dass Österreich zu einem neuen Selbstbewusstsein gefunden hat, das ihm auch den Umgang mit der Vergangenheit leichter macht: "Tatsächlich hat sich die gefühlsmäßige Nationenwerdung Österreichs erst vor kurzem vollendet. Zwei weitere Elemente tragen das neue Selbstbewusstsein dieser heute glänzenden kleinen Republik. Der immense wirtschaftliche Erfolg, das Konzept des kleinen, hochfeinen Spezialitätenladens neben den Massen-Discountern hat das Land in die Spitzengruppe aller Wohlstandsranglisten befördert. Dahinter steht die EU-Mitgliedschaft. Seltsamerweise hat das geeinte Europa bei Österreichern einen schlechten Leumund, obwohl sie ihm verdanken, dass sie heute mit jedermann in dieser Welt auf Augenhöhe agieren können... Dank der Gemeinschaft der Gleichen ist auch im Inneren die Deutschlandfrage, dieses Gift, verflogen, die Gefühle, Österreich, es sei zu klein und zu schwach. Man braucht den großen Bruder nicht mehr, nicht als Vor-, nicht als Feindbild."
» zur Homepage (externer Link, Süddeutsche Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Österreich
Alle verfügbaren Texte von » Michael Frank
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 12. März 2008