Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 8. April 2008
Proteste gegen olympischen Fackellauf
"Den China-Kritikern ist der erste Akt einer Inszenierung geglückt, die vor den Spielen nicht mehr aufhören wird. Sie haben sich den globalen Fackellauf, einen Marketing-Gag, zunutze gemacht - und seine Wirkung ins Gegenteil verkehrt", schreibt Stefan Kornelius. "Zunächst sagt der Protest viel aus über die chinesische Regierung. Peking hat die Bilder nicht unter Kontrolle. Die Sturheit, mit der sie den Protest an sich abprallen lässt, zeugt von vollkommener Unkenntnis der Regeln einer offenen Gesellschaft... Hilft es also, wenn in Paris das Licht ausgeht? Nicht unbedingt, der Protest ist bisher eher selbst ein Zeichen großer Hilflosigkeit. Auch für die Demonstranten ist Symbolik alles, politische Substanz steckt hinter dem Spektakel indes wenig. Jeder Protest, jeder Boykott, jeder Aufschrei ist selbstverständlich legitim. Am Ende aber muss er einer einfachen Frage standhalten: Erreicht er sein Ziel, bewegt sich etwas?"
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