Der Standard - Österreich | Donnerstag, 10. April 2008
EU muss Bulgarien im Kampf gegen die Mafia stärker unter Druck setzen
Der Mord an dem Krimiautor und Mafia-Aussteiger Georgi Stoev lenkt die Aufmerksamkeit auf den zwielichtigen Umgang des bulgarischen Innenministeriums mit der Mafia. So habe sich die Justiz nicht für Stoev interessiert, der immer wieder als Zeuge aussagen wollte, schreibt Adelheid Wölfl. "Im Mittelpunkt der Affäre steht Innenminister Rumen Petkov, der sich öffentlich mit zwei Mafiosi getroffen hat. Doch der sozialistische Premier Sergej Stanischev traut sich nicht, Petkov zu feuern. Er gab ihm nun eine Zehn-Tages-Frist, um sein Ressort zu säubern. Doch der mächtige Minister sitzt am längeren Ast, denn ohne seinen Flügel droht der Partei die Spaltung. Die EU-Kommission hat nun endlich kräftige Worte gegen die mafiösen Zustände in Sofia gefunden. Sie fürchtet nicht nur, dass EU-Geldmittel in dunklen Kanälen versickert, sondern auch, dass brisante Informationen aus bulgarischen Sicherheitskreisen an die Mafia weitergeleitet werden. Bulgarien wäre nun sehr geholfen, wenn der Druck aus Brüssel anhält und den Rücktritt Petkovs erzwingt."
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